Beim Umzug stehen die Kartons im Flur, beim Streichen liegt das halbe Wohnzimmer unter Folie, und das Kind läuft mittendurch. In solchen Stunden sind ausgedruckte Ausmalbilder eines der wenigen Dinge, die ohne Aufbau funktionieren: Papier, ein Becher Stifte, eine freie Tischecke. Damit das Ergebnis nicht nach einer halben Stunde in der Papiertonne landet, lohnt ein Blick auf Papier, Druckeinstellung und den Platz, an dem gemalt wird.
Welches Papier taugt für Ausmalbilder
Normales Kopierpapier mit 80 g/m² reicht für Buntstifte aus. Sobald Filzstifte ins Spiel kommen, schlägt die Farbe durch und hinterlässt Abdrücke auf dem Tisch oder auf dem nächsten Blatt im Stapel. Wer weiß, dass mit Filzstiften gemalt wird, druckt besser auf 100 bis 120 g/m². Dieses Papier läuft durch jeden haushaltsüblichen Tintenstrahl- oder Laserdrucker, wellt sich weniger und lässt sich später auch rahmen, ohne im Rahmen durchzuhängen. Für Wasserfarben ist selbst das zu dünn: Dort braucht es Zeichenpapier ab etwa 180 g/m², sonst weicht das Blatt an den Farbflächen auf und reißt beim Trocknen ein. Kartonstärken über 200 g/m² ziehen viele kleine Drucker dagegen nicht mehr sauber ein.
Ein zweiter Punkt wird oft übersehen: Der Sparmodus des Druckers macht die Konturen blass und grau. Genau die Linien sollen aber kräftig sein, damit ein Kind die Fläche erkennt und der Stift nicht darüber hinausrutscht.
Die richtigen Druckeinstellungen
Vier Einstellungen entscheiden darüber, ob das Blatt so aussieht wie die Vorlage:
- Größe: „Tatsächliche Größe“ oder 100 Prozent wählen, nicht „An Seitengröße anpassen“. Sonst schrumpft das Motiv und bekommt unnötig breite Ränder.
- Farbe: Graustufen genügt, das spart die Farbpatronen. Die Qualität aber auf „Normal“ lassen, nicht auf „Entwurf“.
- Duplex: Beidseitigen Druck ausschalten. Ein beidseitig bedrucktes Blatt lässt sich nicht aufhängen.
- Format: Hoch- oder Querformat nach Vorlage. Bei PDF-Dateien übernimmt der Druckdialog das meist automatisch.
Wer regelmäßig druckt, legt sich einen Ordner auf dem Rechner an und speichert die PDF-Dateien dort. Dann muss man vor dem nächsten Regentag nicht neu suchen.

Motive nach Alter auswählen
Die häufigste Enttäuschung entsteht, wenn ein Fünfjähriger eine Vorlage mit filigranen Mustern bekommt. Kinder zwischen drei und fünf Jahren brauchen große, geschlossene Flächen und dicke Linien, weil die Feinmotorik noch nicht für enge Konturen reicht. Ab etwa fünf Jahren funktionieren klare Figuren mit einzelnen Details, ab acht Jahren dürfen Hintergründe, Muster und kleinere Flächen dazukommen. Geschlossene Konturen sind in jedem Alter wichtig: Bei offenen Linien läuft Filzstiftfarbe über die vermeintliche Grenze hinaus, und das Kind hält das Bild für misslungen. Eine nach Altersgruppen sortierte Sammlung mit Motiven wie einem Elefanten beim Schlafen oder einem Geburtstag im Garten zeigt diesen Unterschied gut, und dort erfahren Sie auch mehr über ausmalbilder, die sich wahlweise als PDF drucken oder als PNG speichern lassen.
| Alter | Konturen | Passende Stifte |
|---|---|---|
| 3 bis 5 Jahre | sehr dick, wenige große Flächen | dicke Wachsmaler, Dreikant-Buntstifte |
| 5 bis 7 Jahre | klare Figur, einzelne Details | Buntstifte, dicke Filzstifte |
| 8 bis 12 Jahre | Muster, Hintergrund, kleine Flächen | Fineliner, Filzstifte, Aquarellstifte |
Ein Maltisch, der auch beim Renovieren funktioniert
Die Sitzhöhe entscheidet mehr über die Ausdauer als das Motiv. Als Faustregel gilt: Die Füße stehen flach auf dem Boden oder auf einer Fußstütze, Ober- und Unterschenkel bilden etwa einen rechten Winkel, und die Tischplatte liegt ungefähr auf Höhe des angewinkelten Ellbogens. An einem normalen Esstisch mit rund 75 cm Höhe braucht ein Kindergartenkind deshalb einen Sitzerhöher, sonst malt es mit hochgezogenen Schultern. Das Licht kommt am besten von der Seite, bei Rechtshändern von links, damit die Schreibhand keinen Schatten auf das Blatt wirft. Eine abwaschbare Unterlage, ein altes Wachstuch oder ein Rest Malervlies schützt die Platte vor durchschlagenden Filzstiften.
Während einer Renovierung ist eine Tapeziertisch-Ecke im Nebenraum praktischer als der Küchentisch: Sie ist schnell auf- und abgebaut und darf Flecken bekommen.
Filzstift auf Wand und Möbeln
Irgendwann rutscht der Stift über den Blattrand. Auf einer mit dispersionsbasierter Wandfarbe gestrichenen Fläche hilft vorsichtiges Abtupfen mit einem feuchten Tuch nur bei frischen Spuren, und auch das nur, wenn die Farbe eine gute Nassabriebbeständigkeit hat. Matte, günstige Innenfarben der unteren Klassen wischen sich dabei selbst mit ab und hinterlassen einen hellen Fleck. Für Kinderzimmer und Essplatz lohnt sich deshalb beim nächsten Streichen eine Farbe der Nassabriebklasse 1 oder 2, oft als scheuerbeständig oder waschbeständig gekennzeichnet. Eingetrocknete Permanentmarkerspuren lassen sich meist nur überstreichen, mit einer Grundierung oder Isolierfarbe, damit die Tinte nicht nach Tagen wieder durchschlägt.

Fertige Bilder aufhängen, ohne die Wand zu beschädigen
Eine Kordel mit kleinen Holzklammern quer über die Wand ist die flexibelste Lösung: Neue Bilder wandern dazu, alte kommen in die Mappe, und in der Wand stecken nur zwei Haken. Ebenso unauffällig sind schmale Bilderleisten, auf die Blätter einfach angelehnt werden. Klebestreifen und Washi-Tape halten auf glatter, gut haftender Farbe, reißen aber bei Raufaser oder frisch gestrichenen Flächen gern kleine Stücke heraus, deshalb zuerst an einer verdeckten Stelle testen. Hängen Sie die Bilder auf Augenhöhe des Kindes auf, also etwa 100 bis 120 cm über dem Boden, nicht auf Erwachsenenhöhe.
Wer einzelne Ausmalbilder länger zeigen will, nimmt Wechselrahmen im Format A4. Drei gleiche Rahmen nebeneinander, in denen die Motive alle paar Wochen getauscht werden, wirken ruhiger als zwanzig einzelne Blätter, und die Wand bleibt frei von Klebespuren.
Die aussortierten Blätter kommen mit Datum und Vorname auf der Rückseite in eine Sammelmappe. Wer sie zusätzlich mit dem Handy abfotografiert, hat sie auch nach dem nächsten Umzug noch, wenn die Mappe im falschen Karton gelandet ist.